Kurvig statt mager: Warum etwas Depotfett auch gesundheitlich von Vorteil sein kann

Die Blüte der Magermodels ist mit Sicherheit vorbei. Während in den letzten Jahrzehnten die meisten weiblichen Stars und Models gertendünn bis magersüchtig waren, und das Motto punkto Figur oft bei „Je dünner, desto besser.“ lag, rückt das öffentliche Schönheitsbild durch kurvige Stars wie Nicky Minaj, mehr und mehr in Richtung natürliche Kurven und einem unverfälschtem Äusserem statt künstlicher, durch Photoshop verzerrter Ästhetik. Doch warum jetzt auch immer mehr Ärzte und Gesundheitswissenschaftler den Trend befürworten, bleibt vielen ein Rätsel. Hier erfahren Sie die Gründe, warum es gesünder sein kann, Kurven und etwas überschüssiges Fett anstatt einer gertenschlanken Figur zu haben.

Schützend vor Temperatur und Erschütterungen

Menschen mit etwas Bauchfett und Speck auf den Rippen sind vor Kälte besser geschützt, und können ihr Immunsystem besser auf klirrend kalte Temperaturen einstellen. Gleichzeitig sind bei einer starken Erschütterung, zum Beispiel durch einen Auffahrunfall beim Autofahren, die inneren Organe weitaus besser geschützt. Hierbei wirkt die Fettschicht als Dämpfer und Ausgleicher im Moment des Aufpralls oder der Erschütterung. Sehr dünne Menschen hingegen sind gegenüber Stössen und tiefen Temperaturen im Winter sehr empfindlich und werden schneller krank.

Durch die Evolution auf Naturkatastrophen und Extremfälle vorbereitet

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass der Mensch ohne die Fähigkeit, Depotfett anzulegen, die langen Winter und Eiszeiten kaum überlebt hätte. Er ist evolutionär darauf eingestellt, in Zeiten von genügend Nahrung für Durstrecken vorzubereiten. In unserer modernen Gesellschaft sind diese Fettpolster oft verhasst, obwohl sie dennoch evolutionär absolut notwendig waren. Wer jedoch einige Kilos an zusätzlichem Körperfett am Bauch oder an den Hüften mit sich trägt, ist für Extremsituationen und Nahrungsknappheit weitaus besser vorbereitet. Denn mit einem etwas höheren Fettanteil kann der Mensch nur durch die Aufnahme einiger Vitamine über Monate überleben, wenn keine oder kaum Nahrung zur Verfügung steht.

Eine bessere Lebenserwartung

Anders als erwartet fanden Forscher kürzlich heraus, dass leichtes Übergewicht lebensverlängernde Effekte hätte. Zwar ist die Lebenserwartung bei starkem Übergewicht niedriger (Fettleibigkeit), wer allerdings maximal 20 bis 30 Prozent mehr auf die Waage bringt, als das von der Gesellschaft empfundene optimale Gewicht, schadet sich nicht selbst, sondern ist resistenter gegenüber Krankheiten und bleibt im Alter wahrscheinlicher rüstig. Zum Beispiel kann das überschüssige Körperfett bei schweren Krankheiten oder Verstimmungen des Magens im hohen Alter dazu führen, dass der Patient durch eine Zeit ohne Nahrungszufuhr auskommt. Das ist besonders bei alten Menschen und bei Krankheiten im Magen oder Darm essenziell und entscheidet oftmals über Leben und Tod.

Durch leichtes Übergewicht zum aktiveren Geist

Für Staunen sorgte eine Studie zu Unterschieden bei leicht übergewichtigen Personen im Gehirn im Vergleich zu normalgewichtigen Menschen. Bei den leicht adipösen Personen funktionierte eine Drüse im Gehirn besser, die für Aktivität, geistige Regung und einen aktiven Lebensstil sorge. Die allgemeine Meinung, dass Menschen mit mehr Körperfett tendenzielle Stubenhocker sind, könnte so widerlegt werden.

Mit der wissenschaftlichen Neuheit, dass leichtes Übergewicht auch gesundheitliche Vorteile hat und sogar lebensverlängernd wirken kann, soll kein falsches Bild entstehen. Starkes Übergewicht und Fettleibigkeit ist nichts desto trotz gefährlich für den Organismus und schränken die persönliche Freiheit ein. Wichtig ist auch die Verteilung des Fettes: Wer sein Depotfett nur am Bauch abspeichert, lebt ungesünder als Menschen mit etwas zu viel Fett an den Hüften und Po. Wer allerdings ein paar Pfunde zu viel an den Rippen hat, kann sich sicher sein, dass dies auch Vorteile für die Gesundheit haben kann.