Intelligenz & Denken: Wie wird man wirklich schlauer?

Nachdem immer klarer wird, dass gewöhnliche Gehirn-Jogging-Spiele nicht wirklich schlauer machen, stellt sich die Frage, was überhaupt „schlauer“ machen kann. Gibt es so etwas überhaupt oder ist Intelligenz letztlich weitgehend unveränderlich?

Kristalline und fluide Intelligenz

Bei Intelligenz wird normalerweise zwischen kristalliner Intelligenz, also allen Fähigkeiten, die im Laufe des Lebens erworben erlernt werden und entsprechend auch durch die Umwelt bestimmt werden, und fluide Intelligenz, also der grundsätzlichen Fähigkeit, zu lernen, neue Probleme lösen zu können, gemeinsame Muster erkennen und Sachverhalte eigenständig, ohne explizite Anleitung begreifen zu können.

N-back und Arbeitsgedächtnis

Bis vor kurzem ging man davon aus, dass fluide Intelligenz angeboren wäre. Diese hätte ihren Höhepunkt im frühen Erwachsenenalter und würde ab diesem Alter abnehmen. Doch in 2008 wurde von zwei Schweizer Forschern (Jaeggi & Buschkuehl) eine Studie veröffentlicht, die diese Annahme in Frage stellte. In dieser Studie spielten College-Studenten vier Wochen lang (20 Minuten pro Tag, fünf Tage die Woche) ein Spiel Namens N-back.

Dieses Spiel wurde ursprünglich entwickelt, um das sogenannte Arbeitsgedächtnis zu testen, das für die vorübergehende Speicherung und Veränderungen von Inhalten zuständig ist. Dabei geht es also nicht einfach darum, etwas kurzzeitig im Gedächtnis zu behalten (diese Fähigkeit wird als Kurzzeitgedächtnis bezeichnet), sondern die entsprechenden Informationen zu analysieren und zu verändern, also mit ihnen zu arbeiten.

In der besagten Studie wurde dieses Spiel jedoch als Training für das Arbeitsgedächtnis verwendet. Vor, während und nach den vier Wochen des Spielens von N-Back wurde die fluide Intelligenz der Probanden gemessen.

Und es stellte sich heraus, dass die Probanden ihre Ergebnisse in fluider Intelligenz nach nur vier Wochen im Durchschnitt um 40% steigern konnten.

Folgestudien

In den Folgejahren wurden zwar 4 Studien veröffentlicht, laut denen kognitives Training keine Vorteile bringt – ihnen stehen jedoch 75 Studien gegenüber, laut denen kognitives Training intellektuelle Fähigkeiten erheblich verbessert.

22 dieser Studien bescheinigten den Probanden konkret Verbesserung in fluider Intelligenz bzw. logischem Denken. Die anderen 53 Studien bescheinigten deutliche Verbesserungen in Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis und Lesen.

Entsprechende Ergebnisse wurden nun nicht nur bei jungen Erwachsenen, sondern auch bei Teilnehmern mittleren Alters und Senioren nachgewiesen. Darüber hinaus konnten die Ergebnisse noch 8 Monate nach Abschluss des Trainings nachgewiesen werden.

Skepsis bleibt

Trotz all dieser Belege für die positive Wirkung dieses kognitiven Trainings bleiben viele Wissenschaftler nach wie vor skeptisch. Und selbst die Schweizer Forscher, die die besagte Studie veröffentlichten, geben zu, dass die stärkten Effekte bei Personen auf einer eher niedrigen kognitiven Leistungsstufe erzielt werden. Wer also bereits über „sehr gute“ kognitive Fähigkeiten verfügen, wird höchstwahrscheinlich keine besonders beeindruckenden Ergebnisse erzielen.

Testen lohnt sich trotzdem

Auf der anderen Seite: Schon rein statistisch gesehen verfügen nicht wirklich viele Menschen über „sehr gute“ kognitive Fähigkeiten. Ein Test von Dual-N-Back lohnt sich allemal, das übergens komplett kostenlos ist. Wenn, dann jedoch konstant: mindestens 25 Minuten täglich, fünf Tage die Woche, mindestens 4 Wochen – und, was außerdem wichtig ist, man darf die automatische Anpassung der Schwierigkeitsstufe nicht abstellen (das heißt, wenn man besser wird, wird die Schwierigkeitsstufe automatisch erhöht), denn nur dann kann der Effekt maximiert werden.

Warum unsere Gesellschaft immer kälter wird

Was früher oft als Verschwörungstheorie abgetan wurde, ist heute ein vielfach bewiesener Fakt: Unsere Gesellschaft wird sozial immer kälter. Mitgefühl, Empathie und sozialer Zusammenhalt wird zunehmend kleiner und durch ein indoktriniertes Ego-Denken ersetzt. Das ist nicht nur bei sozialen Experimenten zu sehen, sondern auch bei diversen Umfragen und Massen-Interviews so rausgekommen. Doch womit ist die Abnahme an Liebe für den Nächsten zu begründen? Weshalb kümmern wir uns fast nur noch um uns selbst? Wir haben die Hauptgründe für Sie recherchiert und ausgearbeitet.

Medialer Einfluss

Filme und TV-Serien beeinflussen massgeblich den Geist und die eigene Einstellung, ob man das will oder nicht. Wer konstant Filme sieht, in denen der gefühllose und hartherzige Charakter im Endeffekt der Gewinner ist, wird ihm früher oder später ähneln wollen. Zum Beispiel wird man nach dem Schauen von „Scarface“ auch nicht auf die Idee kommen, durch ehrliche Arbeit reich werden zu wollen, ähnlich spiegeln viele andere Sendungen, wie zum Beispiel Germanys Next Topmodel Leitgedanken wie zum Beispiel „Wer auf sich schaut und die Anderen ausblendet, gewinnt.“ wieder.

Andere Vorbilder und vorgepredigte Lebensziele

Unsere heutige Medienlandschaft zeigt, anders als früher, keine Volkshelden, Kriegsveteranen oder Menschen, die der Gesellschaft zum Beispiel durch Erfindungen geholfen haben, sondern vielmehr Personen, die es durch Ellenbogendenken (und auch Fleiss) bis ganz nach oben geschafft haben. Das signalisiert wieder, dass soziale Anerkennung und Popularität mit Geld und Macht verbunden sei, nicht damit, seine Mitmenschen zu unterstützen. Gleichzeitig leben diese auch oftmals ganz offen ein Luxusleben, und fordern ihre Fans auf, hart zu arbeiten um sich ebenfalls Luxus gönnen zu können, was wieder zu einem verstärkten Ego-Denken führt. Ein gutes Beispiel ist hier der „Instagram-König“ Dan Bilzerian.

Mehr Wettbewerb und weniger Chancen

Die Berufswelt ist in den letzten zehn bis zwanzig Jahren um einiges härter geworden. Die Preise sind gestiegen, während das Lohnniveau nicht proportional mitgewachsen ist. Gleichzeitig sind durch die Globalisierung viele Branchen (zum Beispiel die Textilindustrie), fast zur Gänze ins Ausland abgewandert, wodurch viele Jobs verloren gegangen sind. Die verbleibenden freien Stellen sind einem harten Wettbewerbskampf ausgesetzt, bei denen die gewinnen, die sich selbst überzeugender verkaufen können.

Neue Werte, weniger Werte

Während früher viele junge Menschen oft bemüht waren, traditionellen Rollenbildern oder auch (zum Teil sexistischen) Geschlechterrollen zu entsprechen, fällt heutzutage derartiges Bestreben in der Regel weg. Diese patriarchischen und althergebrachten Werte fallen weg, und werden durch das Streben nach Karriere und Geld ersetzt – ein Dogma, das oft in fast völliger Egomanie endet.

Ein härterer Staat

Menschen, die aufgrund von Handicaps wie Alkoholsucht, Drogenabhängigkeit oder einer schlechten Arbeitshaltung weniger produktiv waren, als der Rest der Gesellschaft, wurden oft besonders in kommunalen Betrieben toleriert und nicht entlassen. Wer soweit nicht integrierbar war, wurde durch ein tendenziell üppiges Arbeitslosengeld am Leben gehalten. Mit der weltweiten Wirtschaftskrise und angesichts der hohen Verschuldung der meisten europäischen Staaten wurden allerdings Sparpakete entworfen und umgesetzt die speziell unproduktivere und weniger beruflich leistungsstarke Menschen treffen. Dadurch steigt der soziale Druck, Angst und ein egozentrisches Denken nehmen zu.

Die Gründe, warum unsere Gesellschaft sozial kälter geworden ist, sind vielfältig und zum Teil sehr komplex. Das waren allerdings die Hauptursachen, warum sich immer mehr Menschen in Mitteleuropa eine Ellenbogenmentalität aneignen und ihr soziales Denken mehr und mehr vernachlässigen. Trotzdem muss betont werden, dass das nur Tendenzen sind, und viele Individuen unsere Gesellschaft immer noch durch ihr soziales Engagement bereichern.