Diamantbestattung: Würdigung eines Verstorbenen, die über Leben und Tod hinausgeht

Verstirbt ein geliebter Mensch, so möchten wir als seine Angehörigen alles tun, um sein Andenken zu würdigen. Bereits seit Jahrtausenden praktizieren wir die verschiedensten Bestattungsrituale von Mumifizierungen bis hin zu Wasserbestattungen, um den Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen.

Die Diamantbestattung ist dabei eine sehr außergewöhnliche Bestattungsform, denn sie geht auf eine besondere Art über Leben und Tod hinaus.

Was ist die Diamantbestattung?

Bei der Diamantbestattung handelt es sich um eine Bestattungskultur, die genau genommen eine Variante der Feuerbestattung ist. Der Verstorbene wird hierfür zunächst eingeäschert.

Ein Teil der gewonnenen Asche wird dann als Basis in einem Diamanten verarbeitet. Schon 500 Gramm sind ausreichend für die Herstellung einer oder mehrerer Diamanten. So kann jedem Angehörigen ein Andenken an den verlorenen Menschen vermacht werden. Der Verstorbene erhält selbstverständlich unabhängig von der Diamantbestattung seine Beisetzung.

Wichtig zu beachten ist, dass der Verstorbene zuvor eine Befugnis zur Diamantbestattung erteilt haben muss. Diese darf jedoch nicht im Testament festgehalten werden, weil dieses bekanntlich erst nach der Beisetzung verkündet wird.

Für die Herstellung wird während eines speziellen Trennungsverfahrens Kohlenstoff von der Kremationsasche isoliert, was als Basis für die Diamantgewinnung dient. Durch die Neuanordnung der Kohlenstoffatome bildet sich dann die Diamantstruktur.

Die Prozessdauer ist von der Größe des gewünschten Diamanten abhängig, erstreckt sich in der Regel aber über ungefähr 9 Monate. Insgesamt ist es ein sehr aufwändiges Verfahren. Dabei kann der Diamant eine Größe von 0,4 bis ein Karat erreichen.

Der entstandene Diamant ist ein echter Diamant (denn es gibt auch synthetische Diamanten), der in sämtliche gewünschte Formen schleifbar ist. Seine Färbung ist gelblich, bläulich, etc. was durch aufwendige Reinigungsprozesse beeinflusst werden kann.

Eine Schmuckverarbeitung sowie das Hinzufügen einer kleinen Inschrift sind nach der Fertigstellung des Diamanten ebenfalls möglich.

Die Kosten einer Diamantbestattung

In der Schweiz, Tschechien und den USA können Diamantbestattungen durchgeführt werden. In anderen Ländern, wie Deutschland, ist der Besitz eines solchen Diamanten zwar geduldet, seine Herstellung verstößt jedoch gegen das Bestattungsgesetz. Viele Bestattungsunternehmen arbeiten deswegen in Partnerschaft zu Unternehmen in anderen Ländern, um den Hinterbliebenen diese Bestattungsart dennoch zu ermöglichen.

Die Kosten einer Diamantbestattung beginnen bei 2.500 Euro und können sich über bis zu 30.000 Euro erstrecken. Daher sollte im Anschluss an das Verfahren die Echtheit des Diamanten unbedingt von einem, nicht in den Prozess involvierten, Gemmologen geprüft werden. Auch empfehlenswert ist, die Herstellung von einem Notar überwachen und dokumentieren zu lassen.

Die Diamantbestattung als eine einzigartige aber auch umstrittene Bestattungsart

Problematisch sind Fragen ethischer Natur, die die Diamantbestattung aufwirft. Was geschieht mit dem Diamanten, wenn auch die Hinterbliebenen sterben oder er gar verloren geht? Dies ist ein Aspekt, der keinesfalls außer Acht gelassen werden darf.

Von der Idee einer Diamantbestattung lassen sich viele Hinterbliebene dennoch zurecht verzaubern. Ein Diamant als bleibendes Symbol und Gedenken an den geliebten Verstorbenen kann eine große Hilfe in der Trauer sein. Er vermag es, eine einzigartige Form der Nähe zu geben. Es ist ein unbezahlbarer Schatz, der dem Toten Unsterblichkeit verleiht.

In der Schweiz gibt es einige Unternehmen, die die Diamantbestattung anbieten – eines der ältesten und renommiertesten ist LONITÉ.

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